Station 7 auf dem Basler Krippenweg: Weihnachtskrippe im Stroh bei Buch + Kunst + Hommagerie im Haus zur Zwischenzeit in der Spalenvorstadt. | © Regula Vogt-Kohler
13.12.2018 – Aktuell

Auf den Spuren der Weihnachtsgeschichte

Der zweite Basler Krippenweg mit 45 Stationen zeigt die Vielfalt der Krippendarstellungen

An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Daran erinnert der Basler Krippenweg, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Weihnachtskrippen in Geschäften, Kirchen und Schulen laden dazu ein, im vorweihnächtlichen Rummel immer mal wieder einen wohltuenden Halt einzulegen.

 

Überall stehen sie, die mehr oder weniger üppig geschmückten Weihnachtsbäume, draussen und drinnen. Und zusammen mit der teilweise überbordenden Beleuchtung sorgen sie dafür, dass man das Wesentliche übersieht. In diesem Falle nicht den Wald respektive das grosse Ganze, sondern den Kern. Das Kind, das umsorgt von Maria und Josef und beäugt von Ochs und Esel in der Krippe liegt.

Klein und hilflos wie jedes Baby, so kam Jesus in die Welt. In einem Stall, weil seine Eltern keinen Platz in einer Herberge fanden. So erzählen es die Evangelisten Matthäus und Lukas. Längst nicht mehr allen ist die Weihnachtsgeschichte geläufig. Dies hat auch der reformierte Pfarrer Benedict Schubert mit Erschütterung festgestellt. Bei einem Weihnachtsspiel im Studentenwohnheim, das Schubert mit seiner Frau führt, stellte sich heraus, dass die wenigsten die Rolle der ihnen zugeteilten Figur kannten.

Die Broschüre für den zweiten Basler Krippenweg enthält deshalb nicht nur einen Plan mit den Standorten, sondern auch Erläuterungen zu den Personen und weiteren wichtigen Elementen Geschichte von der Geburt Jesu. Bei der Vernissage am nassen und stürmischen Montagabend nach dem ersten Adventssonntag thematisierte der christkatholische Pfarrer Michael Bangert die höchst unterschiedlichen Krippendarstellungen. Während für uns der kleine Jesus klar ein Kind ist, sahen frühere Generationen in ihm einen weisen Knaben respektive einen kindlichen Greis. «Die Weisheit der Welt ist in einem Kind», besagt die Darstellung des neugeborenen Jesus als Buschi, das die Haare wie ein Philosoph trägt. Es geht aber auch um ganz banale Dinge wie die Frage, woher denn die Windeln des Babys kommen. Die Antwort findet man auf dem Bild eines unbekannten Meisters, das in einem Museum in Antwerpen hängt: von Josefs Strümpfen.

Vielfältig sind auch die Krippen, denen man auf dem Weg durch die Altstadt in Schaufenstern begegnet. Manche erkennt man nicht auf den ersten Blick. Und manche sind so reich an Figuren und Details, dass man lange stehen bleibt. Für die Gestaltung haben die Geschäfte keine Vorgaben erhalten.

Waren es bei der Premiere im letzten Jahr rund 30 Standorte, so sind es diesmal 45. Neben zahlreichen Geschäften sind auch das Petersschulhaus sowie die Prediger-, Peters- und Marienkirche dabei. Es sei auch für ihn selbst sehr inspirierend gewesen, berichtete Schubert. Dies nicht zuletzt für seine Weihnachtspredigt: Darin habe er vier der ausgestellten Krippen gedeutet.

Regula Vogt-Kohler

www.krippenweg.ch