Ab August 2022 übernimmt Anne Burgmer die Leitung der Offenen Kirche Elisabethen, zusammen mit dem bisherigen evangelisch-reformierten Co-Leiter Frank Lorenz. |© zVg
01.12.2021 – Aktuell

Anne Burgmer folgt auf Monika Hungerbühler

Neue Co-Leiterin der Offenen Kirche Elisabethen ab August 2022

Die katholische Theologin Anne Burgmer (44), früher in der «Seelsorge im Tabubereich» tätig, übernimmt ab August 2022 mit einem Pensum von 80 Prozent die Co-Leitung der Offenen Kirche Elisabethen (OKE) in Basel. Die jetzige Co-Leiterin Monika Hungerbühler (62) wird im Januar 2022 pensioniert. Von Januar bis Juli übernimmt Sylvia Laumen mit einem 30-Prozent-Pensum interimistisch den sozialen und liturgischen Teil der Aufgaben der Co-Leiterin.

Anne Burgmer arbeitet seit August 2020 im Seelsorgeteam des Pastoralraums Laufental-Lützeltal und absolviert bis im Sommer 2022 die zweijährige Ausbildung zur Pfarreiseelsorgerin. Die schweizerisch-deutsche Doppelbürgerin hat einen Master in Theologie und gehörte früher zur Redaktion des Pfarrblatts «Horizonte» im Kanton Aargau. Im Jahr 2016 übernahm sie als erste Stelleninhaberin die Leitung der damals pionierhaft neu geschaffenen «Seelsorge im Tabubereich» (SiTa) der römisch-katholischen Kirchen beider Basel. Diese Projektstelle leitete sie während der ersten drei Jahre bis 2018.

Die Medienmitteilung der OKE und der RKK Basel-Stadt zur Wahl der neuen Co-Leiterin hält Anne Burgmer besonders zugute, dass sie – nicht nur durch die Erfahrungen bei der SiTa – einen «spontan guten Zugang zu Menschen am Rande der Gesellschaft» habe, an die sich auch die OKE wende. Für ihre neue Aufgabe werde sie, wie ihre Vorgängerin, eine Missio (kirchliche Beauftragung) des Bischofs von Basel erhalten, heisst es in der Mitteilung.

Renovation und Strategie als Herausforderungen

Gewählt wurde die neue Leiterin von einer Wahlkommission unter Leitung von Brigitta Gerber, Präsidentin des Vereins Offene Kirche Elisabethen, und Sarah Biotti, Leiterin Spezialseelsorge der RKK Basel-Stadt. In der Medienmitteilung nennt Brigitta Gerber als Herausforderungen der kommenden Jahre in der OKE die bauliche Renovation der Elisabethenkirche und die Umsetzung der Vorgaben des Strategieprozesses, den die OKE während der Pandemie geführt habe. Die Weiterführung der ökumenischen Co-Leitung durch die RKK BS in Zeiten knapper werdender Ressourcen wertet sie als starkes Signal der Unterstützung für die OKE.

Feministisch profilierte Vorgängerin

Die bisherige katholische Co-Leiterin Monika Hungerbühler leitet die OKE seit 2010 und geht im Januar 2022 frühzeitig in Pension. Sie profilierte die erste Citykirche der Schweiz unter anderem durch feministische Theologie und Feiern und durch Flüchtingsprojekte. Im Jahr 2021 erhielt die OKE als erste kirchliche Institution das «Swiss-LGBT-Label», ausserdem auch das Label «Tierfreundliche Kirche». Als Mitinitiantin der von den katholischen Stimmberechtigten der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 2014 mit grossen Mehrheiten angenommenen Initiative für kirchliche Gleichstellung erhielt Monika Hungerbühler 2017 den Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche.

cva