Eine der Stationen zwischen der christ-katholischen und der römisch-katholischen Kirche war der Platz vor dem Kindergarten Pestalozzi. Hier stand von 1878 bis 1968 die alte römisch-katholische Kirche. | © Regula Vogt-Kohler
23.09.2021 – Aktuell

Am Bettag auf dem Weg

Am Bettag 2021 haben die Allschwiler Kirchen neue Wege beschritten: Der traditionelle ökumenische Gottesdienst fand nicht wie gewohnt an einem einzigen Ort statt, sondern verteilte sich auf zwei Kirchen und zwei Stationen unterwegs. «Die besondere Form soll daran erinnern, dass wir als das wandernde Gottesvolk auch in unserer Zeit stets pilgernd unterwegs sind», schrieb der christ-katholische Pfarrer Thomas Zellmeyer in der Vorankündigung.

Seine Kirche, die Alte Dorfkirche St. Peter und Paul, war Startpunkt. Vom Dorfplatz ging es nicht einfach der Baslerstrasse entlang direkt zur römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul. Die Route führte durch eine enge Gasse und eine Treppe hinauf zum Schulhaus Schönenbuchstrasse. Damit ergab sich unterwegs nicht nur die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sondern auch einander zu helfen.

Anknüpfend an die Lesung, in der es um die Begegnung der Jünger mit Jesus auf dem Weg nach Emmaus ging, plädierte der reformierte Pfarrer Claude Bitterli für die Kunst des Zuhörens. Fürs Zuhören nicht nur, wenn die eigene Position bestätigt wird, sondern auch dann, wenn es um Botschaften geht, die man nicht hören will. «Durch die Pandemie sind wir alle herausgefordert, auch der Staat», sagte der römisch-katholische Pfarrer Daniel Fischler bei der Eucharistiefeier, die mit dem Schweizer Psalm endete.

Der Weg des Bettags war damit aber noch nicht zu Ende. Den Schlusspunkt setzte ein Apéro vor der Kirche. Kirchenpatron Petrus erwies sich als wohlwollender Begleiter und öffnete die Schleusen für den grossen Regen erst am Nachmittag.

Regula Vogt-Kohler