Im Verlauf seiner Geschichte war das Basler Münster immer wieder eine Baustelle. | © Regula Vogt-Kohler
03.12.2019 – Aktuell

Alles zum Münster

Rechnet man die Vorgängerbauten des 1019 geweihten Heinrichsmünsters dazu, dann ist die Geschichte des Basler Münsters weit mehr als tausend Jahre alt. Im Verlauf der Jahrhunderte wechselte das auf einer Schotterterrasse hoch über dem Rhein thronende Gotteshaus seine Gestalt mehrfach. Es erlebte Katastrophen wie Brände und Erdbeben, aber auch Grossveranstaltungen wie das Konzil im 15. Jahrhundert. Dies alles findet man nun in einer umfassenden Darstellung zwischen Buchdeckeln. Zum 1000-Jahre-Jubiläum hat die Gesellschaft für Schweizerische Kulturgeschichte GKS in der Reihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» (KdS) den lang erwarteten Band über das Basler Münster publiziert.

«Das Buch legt die Baugeschichte und auch die Restaurierungsgeschichte dar. Erstmals wird die gesamte Ausstattung thematisiert», sagte Mitautorin Anne Nagel bei einer Buchpräsentation. Dies erfolgt nicht nur in Form von Text, sondern auch mit Plänen. So findet man auf Seite 95 eine farbige Darstellung der Bauphasen vom 1. Jahrhundert v.Chr. bis zum Bauabschluss im Jahr 1500. Daraus geht hervor, dass die Um- und Neubauten auch an Bestehendes anknüpften. Deutlich sichtbar ist das an der nach Westen ausgerichteten Fassade, wo mit dem Sockel des Georgsturms (links unten auf dem Bild oben) ein Bauteil des frühromanischen Münsters erhalten geblieben ist.

Aus römisch-katholischer Sicht ist es natürlich von besonderem Interesse zu erfahren, wie das Münster in vorreformatorischer Zeit ausgesehen hat und wie es in der damaligen Bischofskirche zu und her ging. Auch darüber gibt das Buch Auskunft.

Regula Vogt-Kohler