Das Team der Lebensmittelabgabestelle in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel. | © zVg
25.11.2019 – Aktuell

Jede Woche Lebensmittel für 60 Haushalte, die sie nötig haben

Das «Tischlein deck dich» in der Offenen Kirche Elisabethen wird 15-jährig

Seit 15 Jahren betreibt der Verein Tischlein deck dich eine Lebensmittelabgabestelle in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel. Jede Woche können über 60 armutsbetroffene Haushalte von diesem Angebot profitieren.

Am 12. November 2004 fand erstmals eine Lebensmittelabgabe in der Offenen Kirche Elisabethen statt. An diesem Tag wurden während einer Stunde gerettete Lebensmittel an Armutsbetroffene aus der Stadt Basel verteilt. Heute – fünfzehn Jahre später – beziehen jede Woche über 60 Menschen in Not Lebensmittel für sich und rund 120 Angehörige. An der Abgabestelle Basel Elisabethenkirche konnten seit der Eröffnung 403’404 Kilogramm vor der Vernichtung gerettete Lebensmittel mit einem Warenwert von 2’622’126 Franken verteilt werden.Es ist eine der insgesamt vier Abgabestellen von «Tischlein deck dich» in der Stadt Basel.

Eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel

Die Räumlichkeiten für die Abgabe werden von der Offenen Kirche Elisabethen kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die kontrollierte Abgabe der an «Tischlein deck dich» gespendeten Lebensmittel an die Kundinnen und Kunden sorgt ein Team von 17 Freiwilligen. Hans-Jörg Rudin, Leiter der Abgabestelle Basel Elisabethenkirche, beschreibt sein freiwilliges Engagement als sehr sinnvoll. Es werde von den dankbaren Kundinnen und Kunden sehr geschätzt. «Die Dienstage sind für viele unserer Kunden – und für mich – ein Highlight», erklärt Rudin. «Unseren Kunden bietet das ‹Tischlein deck dich› in der Offenen Kirche Elisabethen eine Begegnungsstätte und Lebensmittelhilfe, mir die Möglichkeit etwas gegen Foodwaste und Armut zu tun. Der Ansatz von ‹Tischlein deck dich› besteht darin, einwandfreie, noch haltbare Lebensmittel zu retten und diese an zahlreiche Armutsbetroffene in der Schweiz zu verteilen – als würde man versuchen, eine Waage wieder ins Gleichgewicht zu bringen», erklärt Hans-Jörg Rudin weiter.

Lebensmittel für einen symbolischen Franken

Wer an der Abgabestelle Lebensmittel beziehen will, braucht dazu eine Bezugskarte und muss für den Einkauf einen symbolischen Franken entrichten. Ausgewählte, regionale Sozialfachstellen klären die finanzielle Situation der Menschen in Not ab und stellen eine sogenannte Bezugskarte aus, die maximal für ein Kalenderjahr gültig ist. Zu den Kundinnen und Kunden von «Tischlein deck dich» gehören «Working Poor», Grossfamilien, Alleinerziehende, Migranten und Migrantinnen und Menschen, die Sozialhilfe oder eine Invalidenrente beziehen.

«Tischlein deck dich» verschreibt sich seit 20 Jahren dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz, wo im Jahr bis zu zwei Millionen Tonnen einwandfreie Lebensmittel im Abfall landen. Der Verein gibt ausschliesslich gespendete Lebensmittel ab und kauft keine Produkte zur Sortimentsvervollständigung hinzu; daher kann nicht vorhergesagt werden, wie viele und welche Produkte bei der wöchentlichen Abgabe verteilt werden. Das Angebot reicht von Getränken über Gemüse, Früchte, Konserven, Süssigkeiten, Brot bis hin zu Milch-und Tiefkühlprodukten. Die Non-Profit-Organisation betreibt inzwischen 132 Abgabestellen in der ganzen Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

«Tischlein deck dich»-Plattform Nordwestschweiz

Gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Kiebitz aus Basel betreibt «Tischlein deck dich» die Plattform Nordwestschweiz. Diese Plattform dient als Umschlagplatz. Die Rollis werden auf der Plattform Ost respektive der Plattform Mittelland gerüstet und auf die Plattform Nordwestschweiz transportiert. Von dort aus erfolgt die Feinverteilung an die acht Abgabestellen im Grossraum Basel: Basel Elisabethenkirche, Basel Matthäuskirche, Basel Gundeli, Basel Thomaskirche, Frick, Laufen, Liestal und Rheinfelden.

Seit 1999 rettet die Non-Profit-Organisation «Tischlein deck dich» qualitativ einwandfreie Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs vor der Vernichtung. Die Lebensmittel haben entweder eine kurze Resthaltbarkeit oder stammen aus Überproduktionen und Falschdispositionen. Sie werden an 132 Abgabestellen an 19’110 armutsbetroffene Menschen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein verteilt. Der konfessionell und politisch neutrale Verein wird ausschliesslich durch Spenden finanziert; Hauptpartner sind Coop, Migros, Transgourmet, die Ernst Göhner Stiftung und die Winterhilfe Schweiz. Neben wenigen Festangestellten arbeiten fast 3000 freiwillige Helferinnen und Helfer, Personen aus Beschäftigungsprogrammen und Zivildienstleistende für «Tischlein deck dich».

2018 konnten 4198 Tonnen Lebensmittel gerettet und verteilt werden. Dies entspricht einem Warenwert von 27,29 Millionen Franken; damit füllte die Organisation 20,99 Millionen Teller von Personen, welche am oder unter dem Existenzminimum leben.

kh

 

Weitere Informationen unter www.tischlein.ch

Spendenkonto: PC 87-755687-0