05.11.2018 – Region

­Kirchliche Stimmen für Prämieninitiative

Im Kanton Baselland sind 21 reformierte und katholische Pfarrer/innen und Theologen/innen als «Kirchliches Komitee für die Initiative ‹Ja zur Prämienverbilligung›» an die Öffentlichkeit getreten. Diese kantonale Initiative kommt am 25. November zur Abstimmung und will erreichen, dass kein Haushalt mehr als 10 Prozent des Haushaltseinkommens für Krankenkassenprämien aufwenden müsste. «Als kirchlich engagierte Menschen ist uns Solidarität ein grosses Anliegen», schreiben die Unterzeichner/innen in ihrem offenen Brief unter dem Titel «Für Solidarität – gegen Armut» an die Baselbieter Stimmbürger/innen. «Es gibt immer mehr Haushalte ohne Sozialhilfe, aber mit geringem Einkommen, welche schlicht kein Geld auf dem Konto übrig haben, um die Prämien zu bezahlen.» Darum brauche es eine wirksame und frühzeitige Armutsbekämpfung bei Familien mit tiefen Einkommen. Von katholischer Seite haben Pfarrer Peter Bernd (Füllinsdorf), Elke Kreyselmeier (Therwil/Biel-Benken), Diakon Martin Tanner (Sissach), Claudia Christen, Maria Klemm (beide Füllinsdorf) sowie Joseph Thali (Vorstandsmitglied Caritas beider Basel), den offenen Brief unterschrieben. Tanner und Thali sind zudem Mitglieder des Landeskirchenrates. Laut der «Basellandschaftlichen Zeitung» (bz) ist die Abstimmungsempfehlung eines kirchlichen Komitees ein Novum. Gegenüber der bz meinte Pfarrer Bernd, dies sollte bei sozialpolitischen Themen häufiger der Fall sein: «Schliesslich ist die Bibel nicht unpolitisch. Sie bezieht klar Stellung für die Bedrängten.» Allfälliger Kritik sieht er gelassen entgegen: «Ein Pfarrer, der sich nie in die Nesseln setzen will, kann seinen Beruf an den Nagel hängen.» Das Engagement von Jesus sei schliesslich höchst unbequem gewesen.  cva