Ende der Staatskirche in Norwegen
In Norwegen werden sich der Staat und die evangelisch-lutherische Kirche voneinander trennen. Dies wurde im norwegischen Parlament am 21. Mai entschieden. Der Beschluss beendet eine 475 Jahre alte Liaison und bringt beiden Seiten Unabhängigkeit. Die bisherige Staatskirche büsst zwar ihre privilegierte Stellung ein, doch sie wird auch mehr Autonomie erhalten. Die Kirche erhofft sich durch die Stärkung der Selbstständigkeit auch eine Stärkung der Glaubwürdigkeit. Durch die Änderung sind in Norwegen künftig die unterschiedlichen Religionen und Konfessionen gleichgestellt.
Ökumenischer Preis für «Jagten»
Die ökumenische Jury zeichnete bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes den Film «Jagten» mit dem ökumenischen Preis aus. In dem Film des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg geht es um einen engagierten Erzieher, der zu Unrecht beschuldigt wird, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Da niemand an dieser Behauptung zweifelt, verliert er seinen Job, wird geschlagen und gedemütigt und zunehmend gesellschaftlich geächtet. Seit 1974 vergeben die christlichen Kirchen durch die ökumenische Jury in Cannes einen ökumenischen Preis. Die Jury sucht nach Filmen, in denen es um Spiritualität und Würde, Respekt für die Umwelt oder um Solidarität im Umgang miteinander geht.
Weltfamilientreffen in Mailand
Papst Benedikt XVI. hat den Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von den Sakramenten der katholischen Kirche als ein «grosses Leiden der heutigen Zeit» bezeichnet. Vor rund 350 000 Menschen sagte er am Samstagabend beim Weltfamilientreffen in Mailand, dass wiederverheiratete Geschiedene, auch wenn sie nicht beichten oder an der Eucharistie teilnehmen dürfen, nicht ausgeschlossen werden sollen. Auch ohne den Kommunionempfang könnten Wiederverheiratete Geschiedene mit Christus verbunden sein. Dies soll durch die Gemeinden zum Ausdruck gebracht werden.
Verhaftung klärt Vatileaks nicht
Die Verhaftung des Kammerdieners des Papstes führte nicht zur augenblicklichen Aufklärung der Vatileaks-Affäre. Am Sonntag druckte die italienische Tageszeitung «La Repubblica» erneut einen vertraulichen Brief aus dem Vatikan ab. Der Papst selber hatte sich am 30. Mai erstmals über die Geschehnisse geäussert. Die Berichte in den Medien seien zum Teil überzogen. Und er bekundete seinen engsten Mitarbeitern vollstes Vertrauen. Damit wandte er sich gegen Spekulationen, dass an der Spitze der Kurie Misstrauen und Machtkämpfe herrschten.
Widmer-Schlumpf lobt katholische Frauen
Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat den Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) für seine «Politik des Einmischens» gelobt. Die Bundespräsidentin sprach am Fest zum 100-jährigen Bestehen des SKF. Als Beispiele des «Einmischens» nannte sie die Reaktion auf den Bericht des Bundesrates zur gesetzlichen Regelung der elterlichen Sorge. Der SRK empfand den Bericht als «wenig fundiert und die Begründung eher oberflächlich». Der SKF habe Recht gehabt, gab die Bundespräsidentin zu. Ständerätin Pascale Bruderer sagte, dass in Bern in der Wandelhalle manchmal Werte vergessen gehen. Hier sei sie froh über den SKF, der ethische Aspekte ins Zentrum rücke.
Neue Präsidentin für Caritas Schweiz
Die Juristin Mariangela Wallimann-Bornatico ist zur neuen Präsidentin des katholischen Hilfswerks Caritas Schweiz gewählt worden. Die ehemalige Generalsekretärin der Bundesversammlung ist die Nachfolgerin von Fulvio Caccia, der das Hilfswerk während 14 Jahren leitete. Die Delegiertenversammlung wählte die frühere Generalsekretärin, da die perfekt dreisprachige Puschlaverin über grosse politische und organisatorische Erfahrung verfügt. Ein weiterer Grund für ihre Wahl war, dass sie bereits seit vier Jahren dem Präsidium angehört, und Caritas von innen kennt.
Neue Kirchenratssekretärin
Auf den 1. August 2012 wird die vakante Stelle der Leitung des Kirchenratssekretariats der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) Basel-Stadt wieder besetzt. Der Kirchenrat wählte die Juristin Caroline Eggenschwiler-Trostel (39) zur neuen Kirchenratssekretärin. Sie ist für die Leitung des Kirchenratssekretariats verantwortlich und unterstützt den Kirchenrat, die acht Pfarreien, die Kantonalkirchlichen Dienste sowie die Synode in rechtlichen Fragen. Eine Hauptaufgabe wird die Umsetzung der Teilrevision der Verfassung der RKK Basel-Stadt sein. Ein von der synodalen Verfassungskommission erarbeiteter Entwurf soll im Sommer in eine Vernehmlassung gehen. Caroline Eggenschwiler ist in Bettingen aufgewachsen und hat in Basel die Schulen besucht. Im Rahmen des Studiums an der Universität Basel hat sie sich bei Prof. Dr. iur. Felix Hafner bereits intensiv mit kirchenrechtlichen Fragen beschäftigt und bringt vielfältige berufliche Erfahrungen im Verwaltungsbereich mit. Caroline Eggenschwiler ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und Kind in Basel. Als Mitglied der Pfarrei St. Clara und aus ihrer Jugend in St. Franziskus ist sie mit dem kirchlichen Leben und den Anliegen der Pfarreien vertraut.
Kick-off zur Nacht des Glaubens
Der Verein Kulturförderung Basel initiiert am Freitag vor Pfingsten 2013 ein Festival für Kunst und Kirche. Am 17. Mai 2013 werden Künstlerinnen und Künstler in Kirchen, Kulturhäusern und auf öffentlichen Plätzen Werke, die sich mit dem Thema «Glauben und Kirche» auseinandersetzen, präsentieren. Der Anlass steht unter dem Patronat der Basler Landeskirchen und der Evangelischen Allianz Basel.
Feier zum 100-Jahr-Jubiläum des Katharina-Werks
Das Katharina-Werk verbindet seit 100 Jahren soziales Engagement und Spiritualität. Niklaus Brantschen, Monika Hungerbühler, Lilo Roost Vischer und Thomas Wallimann überbrachten Grussadressen am Festakt in der Elisabethenkirche. >> mehr...
Christliche Kirchen gegen härteres Asylrecht
Am 9. Juni entscheiden die Schweizer Stimmberechtigten über das revidierte Asylgesetz ab. Die christlichen Kirchen, Hilfswerke und weitere Institutionen plädieren für ein Nein. >> mehr...
Kirche heute
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