«Kirchenmusik hat eine grosse Zukunft. Sie berührt den Menschen in allen Lebenssituationen», sagt Sandra Rupp Fischer. Die Musikmanagerin, Chorleiterin und Kulturvermittlerin hat den erstmals vergebenen Good-News-Preis der Medienkommission der Schweizer Bischöfe erhalten.
Ins Bewusstsein des breiten Publikums gelangte die Chorleiterin aus Attiswil BE als Initiantin und Projektleiterin des Kirchenklangfestes Cantars vergangenes Jahr im Bistum Basel. Sandra Rupp Fischer ist 1971 geboren und im solothurnischen Matzendorf aufgewachsen. Heute ist sie verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie liess sich in Bern zur Musikmanagerin ausbilden. Das praktische Rüstzeug für die Musik holte sie sich an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern.
Seit September 2011 ist sie Leiterin der Fachstelle Kirchenmusik am Liturgischen Institut für die deutschsprachige Schweiz in Freiburg. Seit 2009 leitet sie zudem die Kollektivgesellschaft «Rupp Kultur» mit dem Schwerpunkt «Kultur – Jugend – Kirche». Sie ist des Weiteren an der Projektleitung verschiedener kultureller, kirchlicher oder schulischer Veranstaltungen in der Deutschschweiz beteiligt.
Seit 2010 führt die Familie Rupp Fischer in der Alten Mühle in Attiwil regelmässig Kulturveranstaltungen durch. Aufgetreten sind unter anderem Emil Steinberger, Tinu Heiniger und Knuth und Tucek. Das Programm ist einzusehen unter www.mühlikultur.ch.
Sandra Rupp Fischer arbeitet in Solothurn als Musiklehrerin und führt seit 1994 den Kirchenchor St. Marien Olten. Zu diesen Aufgaben hinzu kommt ihre Verbandstätigkeit. Sie ist seit 2003 Verbandsdirektorin (Leitung) des Kirchenmusikverbandes Bistum Basel, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusikverbandes (SKMV) und Vorstandsmitglied des Verbandes Solothurner Musikschulen (SoM). Für ihr breites und vielseitiges Kulturengagement erhielt sie bereits den Förderpreis Kulturvermittlung 2012 des Kantons Solothurn.
300 000 Stunden Freiwilligenarbeit
Nun hat sie als Initiantin des Kirchenklangfestes Cantars 2011 im Bistum Basel «stellvertretend für alle, die sich für dieses Projekt engagiert haben», wie sie im Gespräch mit der Presseagentur Kipa betonte, den Good-News-Preis für die Deutschschweiz, der durch die Medien und die Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz erstmals vergeben wird, erhalten. Zur Erinnerung: Der Kirchenmusikverband Bistum Basel feierte vergangenes Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum wurde das Kirchenklangfest Cantars auf die Beine gestellt. Diesem war ein durchschlagender Erfolg beschieden. Einige Zahlen dokumentieren die Bedeutung des Events: Die Vorbereitungszeit dauerte vier Jahre. Geleistet wurden, «wie wir ausgerechnet haben», 300 000 Stunden Freiwilligenarbeit.
7000 Erwachsene und 1000 Kinder und Jugendliche haben an 240 Programmpunkten in 20 Austragungsorten in 9 Kantonen die Kirchenmusik als vielschichtiges Kulturgut präsentiert. 60 000 Personen besuchten die Veranstaltungen, die in rund 500 Presseberichten ihren Niederschlag fanden. Der Anlass, unterstützt auch von namhaften Botschafterinnen und Botschaftern wie den Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey und Simonetta Sommaruga, fand auch im Ausland Resonanz. Die Reaktionen waren durchwegs positiv.
Bei der Organisation konnte Sandra Rupp Fischer auf jene Erfahrungen bauen, welche sie in kleinerem Rahmen als Initiantin eines Kirchenmusikfestes des Kirchenmusikverbandes Olten-Gösgen gemacht hatte.
Anerkennung für riesigen Aufwand
Die engagierte Frau zeigt sich durchaus geehrt durch den katholischen Preis, den sie am 27. Juni in Solothurn entgegennehmen konnte. Der Good-News-Preis fördere ein Projekt, «das die katholische Kirche in einem sehr guten Licht zeigte», sagte die Attiswilerin gegenüber Kipa.
Sie nannte den Preis eine «Anerkennung für den riesigen Aufwand, der zur Realisierung dieses Festes betrieben wurde». Und schmunzelnd fügte sie hinzu: «Vielleicht sind wir auch etwas schuld daran, dass es diesen ersten Good-News-Preis gibt. Denn in den Medienpreis passten wir nicht hinein, weil wir keine Medienmittel sind im klassischen Sinn.»
«Eine grosse Zukunft»
Dieser Anlass hatte «für uns eine sehr grosse Bedeutung, denn in der Stilvielfalt und in der Öffnung nach aussen sehen wir die Zukunft der Kirchenmusik und der Liturgie», erklärte die Musikliebhaberin in einem der zahlreichen Interviews, das sie zu Cantars gab. Kirchenmusik sei jene Musik, «die uns alle berührt. Sie ist nie banal, holt Menschen an Freuden- und Trauerfesten in allen Gefühlslagen ab. Dadurch können sich auch kirchenfremde Leute mit ihr identifizieren.»
Oder kurz und bündig, wie ein Journalist zu Cantars feststellte: «Ein Festival mit derartiger Stilvielfalt ist schweizweit einzigartig und hat absolutes Weltklasseformat.» Sandra Rupp Fischer fasst ihre Erfahrungen mit den Worten zusammen: «Kirchenmusik hat eine eindrückliche Vergangenheit und eine grosse Zukunft.»
Georges Scherrer/Kipa
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