Praktisch diskussionslos genehmigte die Synode der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland am 20. Juni in Sissach im Schloss Ebenrain die Rechnung 2011. Einzig über die Höhe einer Rückstellung für zu erwartende Steuerausfälle entbrannte eine hitzige Diskussion.
Der Landeskirchenrat liess die Rechnung, deren Ertragsseite mit 10,9 Millionen Franken unbestritten blieb, mit einem Defizit von 62 000 Franken abschliessen, wobei er allerdings 250 000 Franken für erwartete Steuerausfälle zurückstellen wollte. Finanzchef Albert Equey begründete dieses Vorgehen mit den unerwartet hohen Einnahmen. Man könne nicht davon ausgehen, dass sich dies wiederholt. Das Defizit mache klar, in welchem Umfang jetzt gespart werden müsse.
Viktor Lenherr beantragte als Präsident der Prüfungskommission eine Rückstellung von 200 000 Franken, was das Defizit auf 12 000 Franken reduzieren würde. Verschiedene Votanten zeigten sich irritiert vom Antrag des Landeskirchenrates. Die Frage sei ja nur, unter welchem Titel das Geld – und es seien immer nur 188 000 Franken – dem Eigenkapital zugeordnet sei. Equey verteidigte tapfer den Antrag der Exekutive und warb für einen sparsamen Umgang mit den Mitteln, damit diese auch für neue Aufgaben zur Verfügung stünden. Am Schluss folgte eine grosse Mehrheit dem Antrag der Prüfungskommission.
Nach einer ebenfalls längeren Diskussion fand die Synode einen Kompromiss im Hinblick auf den Verkauf zweier Liegenschaften, derer die Landeskirche nicht mehr bedarf. Der Landeskirchenrat wollte die Ermächtigung, selber die Liegenschaften in Allschwil und Birsfelden verkaufen zu können. Weil er nach Ansicht einiger Synodalen zu spärliche Informationen vorgelegt hatte, drohte ein Nein. Wanda Bürgin, Albert Equey und Ivo Corvini hielten namens des Landeskirchenrats dagegen, dass ein Hauskauf schlecht öffentlich verhandelt werden könne, und dass man Interessenten nicht ein halbes Jahr bis zur nächsten Synodensitzung warten lassen könne. Nachdem sich die Prüfungskommission in einem Time-out beraten und den zuvor von Equey gemachten Vorschlag, die Prüfungskommission vor dem Verkauf zu involvieren auf das Synodenbüro ausgeweitetet hatte, stimmte die Synode dem Vorgehen zu. Der Landeskirchenrat kann die Verhandlungen führen und, wenn die Mitglieder von Prüfungskommission und Büro zustimmen, auch abschliessen.
Keine Diskussionen gab es bei zwei Bauabrechnungen. In Allschwil hat die Landeskirche zwei Mehrfamilienhäuser gebaut, in Seewen eine Serie von Renovationsarbeiten am Jugend- und Bildungszentrum abgeschlossen.
Alois Schuler
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