In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kleinbasler Kirche St. Joseph empfingen am Sonntagnachmittag zwei junge Männer die Priesterweihe. In seiner Predigt betonte Bischof Felix Gmür, die Kirche habe gemäss Lehre des Konzils ihren Ort in der Welt. Diese Welt werde «von Gott durch und mit uns gestaltet».
«Hier bin ich!», antworteten beide Weihekandidaten ritusgemäss auf ihren Namensaufruf zu Beginn der Liturgie. Der Regens des Priesterseminars bezeugte gegenüber dem Bischof, dass die beiden würdig seien, das Amt zu übernehmen. Adrian Bolzern (*1979) hatte Landschaftsgärtner gelernt, bevor er eine katechetische Ausbildung und nach einigen Praxisjahren in Reinach Theologie auf dem dritten Bildungsweg studierte. Stefan Buchs (*1982) hatte vor seinem Theologiestudium eine kaufmännische Lehre absolviert und arbeitet seit drei Jahren in Basel.
Wie Adam nach dem sogenannten Sündenfall würden auch die heutigen Kandidaten nicht gefragt, wer sie seien, sondern wo, sagte Bischof Felix Gmür in der Predigt. Sie würden durch die Weihe nicht in ihrer Selbstbestimmung verändert, sondern an einen neuen Ort versetzt. Damit verändere sich ihre Beziehung zum Paradies, dem heilen Ort, den wir Menschen erreichen möchten, aber nicht erreichen können. Das Zweite Vatikanische Konzil habe klar gemacht, dass der Ort der Kirche in der Welt sei. In dieser Welt habe der Priester seine Aufgabe zu erfüllen, den Glauben ins Spiel zu bringen. Damit das Paradies den Menschen ein kleines Stück näher rücke.
Nachdem die beiden Kandidaten dem Bischof Gehorsam versprochen hatten, legten sie sich während der Allerheiligenlitanei auf den Boden. Anschliessend wurden sie durch Handauflegung und Gebet vom Bischof zu Priestern geweiht. Auch alle anwesenden Priester legten ihnen die Hände auf. Dann wurden sie in priesterliche Gewänder gekleidet. Bevor sie der ganzen Gottesdienstgemeinde ihren Primizsegen spendeten, sprachen der Imam der Kasernenmoschee und die Basler Regierungsrätin Eva Herzog Grussworte. Mit einem grossen «Steh-Bankett» auf dem Kirchplatz fand das Fest seinen Abschluss.
Alois Schuler
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