Der noch neue Kirchenrat der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Allerdings nicht ganz freiwillig, wie Kirchenratspräsident Christian Griss am 16. Januar vor den Medien erklärte. Der alte Kirchenrat habe bewusst einige strategische Entscheide der neuen Equipe überlassen. Zusammen mit anstehenden Personalgeschäften könne man von einer «Königsetappe» sprechen, die der Kirchenrat vor sich habe.
Bereits nächste Woche will der Kirchenrat den neuen Geschäftsführer der RKK bestimmen, später folgen Kirchenratssekretär und auf den Herbst hin die Neubesetzung der Informationsstelle. Grösseren Handlungsbedarf machte der Kirchenrat in seinen ersten hundert Tagen laut Griss im Liegenschafts- und im Finanzbereich aus. Für beides will man neue Konzepte erarbeiten. Ab Budget 2013 will man mit einer «modernen» Rechnungslegung arbeiten.
Für die Bauten ist im Kirchenrat seit Herbst Bernhard Glanzmann verantwortlich. Der Gebäudeversicherungswert der 48 Liegenschaften liege bei rund 200 Millionen Franken. Bis Ende Jahr soll hier ein Konzept das weitere Vorgehen aufzeigen. Die erste Priorität liege bei den auch in Zukunft benötigten Kirchen. Sie sollen «in einem architektonisch anspruchsvollen, stimmungsvollen und würdigen Zustand» erhalten werden. Pfarrhäuser und Pfarreiheime sollen funktionstüchtig bleiben, und schliesslich soll bei den übrigen Liegenschaften die Ertragslage verbessert werden. Glanzmann denkt an die Nutzung von noch freien Flächen wie bei der Bruder-Klaus-Kirche, an marktkonforme Mietpreise und an Umnutzungen, dies beispielsweise bei der Don-Bosco-Kirche. Entscheidend für das Konzept seien neben den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln die Zahl und die Ziele der Seelsorgenden. Bereits in Arbeit sind die Innensanierung der Heiliggeistkirche und die Sanierung der Kapelle in St. Anton.
Die RKK Basel-Stadt mit ihren Räumen, ihrem Personal und ihren Events habe noch viel zu vermelden, meinte Dominik Prétôt, der im Kirchenrat das Ressort Information übernommen hat. Neben der Suche nach einem Nachfolger für den im Herbst in Pension gehenden Informationsverantwortlichen Xaver Pfister will sich Prétôt vor allem mit den neuen Medien befassen.
Alois Schuler
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