Ausgabe 3, 14. bis 20. Januar 2012

Basler Auftakt zum 50-Jahr-Jubiläum des Konzils

Der neue Leiter der Erwachsenenbildung legt sein erstes Programm vor

Jugendgewalt, der Genozid in Ruanda 1994 und das im Oktober vor 50 Jahren eröffnete Zweite Vatikanische Konzil sind Themen der Katholischen Erwachsenenbildung im ersten Programm des neuen Leiters Rolf Bossart.

Rolf Bossart.Rolf Bossart.

Ab Februar 2012 ist Rolf Bossart Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung beider Basel. Seit Oktober wirkt er bereits mit und hat zusammen mit dem interimistischen Leiter Guido Büchi das Programm für das erste Halbjahr 2012 gestaltet. Bossart studierte in Freiburg Theologie, Geschichte und Pädagogik und erwarb in Luzern das Doktorat in Theologie. Er arbeitete bisher als Lehrer, Schulseelsorger, Publizist und Kulturvermittler in der Ostschweiz.

Einen erster Schwerpunkt des Programms bilden drei Vorträge zu «Autorität und Gewalt im Jugendalter». Am 26. Januar spricht der Basler Pädagogikprofessor Roland Reichenbach über «Autorität oder Vertrauen in der Erziehung», und damit auch zum Verhältnis von Macht und Vertrauen in Elternhaus und Schule. Rebekka Ehret, Dozentin für Migration und Integration an der Hochschule Luzern, beleuchtet am 15. Februar Zusammenhänge, Vorurteile und Gründe von Jugend und Gewalt im Kontext von Migration. Und der Soziologe Erwin Single widmet sein Referat am 24. April der Jugendgewalt in den Medien. 

Beim Genozid 1994 in Ruanda, bei dem schätzungsweise eine Million Menschen ermordet wurden, spielte der Radiosender RTLM mit seinen Mordaufrufen eine wichtige Rolle. Das vom 19. bis 21. April in der Kaserne Basel zur Aufführung gelangende Theaterprojekt «Hate Radio», bei dem Überlebende des Genozids auf der Bühne stehen, lässt dieses Radio wieder «auf Sendung» gehen. Die Erwachsenenbildung wirkt bei einer Begleitveranstaltung mit: Am 21. April werden Ruanda-Kenner in Kurzreferaten und in einer Diskussion die schweizerischen Bezüge zu Ruanda – sei es Mission oder Entwicklungszusammenarbeit – im Licht des Genozids kritisch beleuchten. 

Als Appetitanreger auf das 50-Jahr-Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils, das von Oktober 1962 bis Dezember 1965 stattfand, organisiert die Erwachsenenbildung für den 5. Mai ein «kleines Konzil-Symposium». Johann Baptist Metz, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theologen nach dem Konzil, spricht über «Mystik der offenen Augen und die offensive Treue zum Konzil». Im Weiteren geht es mit Willy Spieler um die vor vierzig Jahren eröffnete Synode 72, und Katja Strobel stellt «Überlegungen zu einem neuen Konzil» an. 

Weitere Themen im Semesterprogramm sind Kurt Marti, Kunst und Theologie, Prostitution, Priesterinnen und als erstes, am 24. Januar, «Heimat als Thema in der jüdischen Literatur». 

Alois Schuler


Die jeweils aktuellen Veranstaltungen werden in «Kirche heute» auf Seite 23 angezeigt. Die Veranstaltungsübersicht «wegzeichen» oder ein Newsletter können bestellt werden bei der Katholischen Erwachsenenbildung, Postfach, 4005 Basel, Telefon 081 271 17 19, erwachsenenbildung@rkk-bs.ch oder unter www.wegzeichen-bs-bl.ch

 

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