Ausgabe 1-2, 30. Dezember 2017 bis 12. Januar 2018

Papst Franziskus empfing am 30. März Frère Alois, Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, zu einer Privataudienz im Vatikan. (Foto: KNA-Bild)Papst Franziskus empfing am 30. März Frère Alois, Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, zu einer Privataudienz im Vatikan. (Foto: KNA-Bild)

«… damit Basel die frohe Gemeinschaft sichtbar macht»

Papst Franziskus ermutigt die Teilnehmer des Taizé-Jugendtreffens, «Wege der Geschwisterlichkeit» zu gehen

Tausende junger Menschen aus ganz Europa strömen dieser Tage nach Basel im ökumenischen Geist von Taizé. Führende Vertreter christlicher Kirchen haben zum Europäischen Jugendtreffen Grussbotschaften verfasst, so auch Papst Franziskus.

In seiner Botschaft an «Taizé Basel» erinnert Papst Franziskus an das Gedenkjahr zum 500. Jahrestag der Reformation. Er bitte den Heiligen Geist, schreibt der Papst, «euch evangelischen, katholischen und orthodoxen Jugendlichen zu helfen, dass ihr euch an der Verschiedenheit der von Christus all seinen Jüngern geschenkten Gaben freut und euch durch sie bereichern lässt, um damit zu zeigen, dass die Freude des Evangeliums uns über alle Wunden unserer Trennungen hinweg vereint.» Der Papst wertet das Zusammenkommen junger Menschen verschiedener christlicher Bekenntnisse als Chance: Er «ermutigt euch, furchtlos die Wege der Geschwisterlichkeit zu gehen, damit euer Treffen in Basel die frohe Gemeinschaft sichtbar macht, die aus der Quelle des überströmenden Herzens des Herrn entspringt.» 

Frère Alois, der Prior von Taizé, wurde von Papst Franziskus schon viermal zu einer Privataudienz empfangen, zuletzt am 30. März. Ebenso pflegt Taizé Begegnungen mit den Häuptern anderer Kirchen. So besuchte am 25. April dieses Jahres der Ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel die Gemeinschaft von Taizé. Dabei sprach Bartholomäus von Taizé als «diesem Ort der geistlichen Ökumene, diesem Schmelztiegel der Versöhnung, diesem Ort der Begegnung, der nach der beeindruckenden Vision von Frère Roger, seinem Gründen, Christen zueinander bringt.» Zum Europäischen Jugendtreffen von Taizé schreibt der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, er sei «besonders glücklich darüber, dass wir zu dieser europäischen und christlichen Jugend sprechen können, die jedes Jahr einige Tage lang die Erfahrung einer – wenn auch unvollkommenen – Gemeinschaft macht, nach der wir uns sehnen.»

Das Verbindende hervorheben
Auch die Verantwortlichen der Kirchen vor Ort in Basel heissen das Jugendtreffen willkommen. An der Pressekonferenz zur Ankündigung von Taizé-Basel Anfang Jahr bezeichnete Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, das Europäische Jugendtreffen als «Chance, gemeinsam über die Rolle des Christentums und der Kirchen in unserer Region nachzudenken.» Es schaffe die Möglichkeit, «das Reformationsjahr mit einem ökumenischen Treffen beenden zu können, das besonders das Verbindende und nicht das uns Trennende hervorhebt.» Stefan Kemmler, Co-Dekan des Römisch-katholischen Dekanats Basel-Stadt, versicherte, die Kirchen und Gemeinden des Grossraums Basel freuten sich auf die Begegnung mit der Jugend aus ganz Europa: «Wir freuen uns darauf, mit Christen verschiedener Herkunft ins Gespräch zu kommen und in unserer eigenen Umgebung bei diesem Anlass über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten zu können.» 

 Christian von Arx

 

ZUM THEMA

  • 18. bis 25. Januar: Gebetswoche für die Einheit der Christen

    Mit der Gebetswoche für die Einheit der Christen folgt nach dem Taizé-Jugendtreffen ein weiterer ökumenischer Schwerpunkt. Die Texte für die Gebetswoche 2018 hat eine ökumenische Gruppe der Kirchen auf den Bahamas erarbeitet. >> mehr...

  • Umkehren, ohne das Gesicht zu verlieren

    Wie oft mag uns ein Entschluss reuen, den wir gefasst haben? Wie oft mag uns nicht wohl sein mit einer Entscheidung, die wir getroffen haben? Und wie verhalten wir uns dann? Es mögen kleine, im Rückblick unbedeutende Entscheidungen sein, mit denen wir konfrontiert sind, es mögen grosse Entscheidungen von unabsehbarer Tragweite sein, die wir gefasst haben und dann doch ­irgendwo spüren: es ist nicht so gut, wie wir es zu Beginn angenommen haben; diese Entscheidung weiterzuverfolgen, kann auf Dauer nicht gut gehen oder sogar grosses Unheil herbeiführen. >> mehr...

 

Kirche heute
Innere Margarethenstrasse 26, 4051 Basel, Tel. 061 363 01 70, sekretariat@kirche-heute.ch