Ausgabe 37, 9. bis 15. September 2017

Im Bistum Basel ersetzen die Pastoralräume die Dekanate

Auf den 1. August 2018 überträgt der Bischof die Aufgaben der Dekanate den Pastoralräumen

Auf den 1. August 2018 überträgt der Bischof die Aufgaben der Dekanate den Pastoralräumen
Bischof Felix Gmür hat beschlossen, auf den 1. August 2018 alle 34 bisherigen Dekanate aufzuheben. Deren Aufgaben überträgt er den 104 bestehenden oder geplanten Pastoralräumen. Erklärtes Ziel ist, die Pastoral vor Ort zu stärken.


Der Bischof von Basel strafft die Struktur seines Bistums. Die bisher vier Führungsebenen werden auf drei reduziert, die Ebene der Dekanate wird gestrichen. Ab 1. August 2018 gibt es nur noch die Ebenen «Bistumsregion – Pastoralraum – Pfarrei». Damit zeigt der Bischof, dass er ganz auf die neuen Pastoralräume setzt: «Damit will Bischof Felix Gmür die Handlungsfähigkeit und Flexibilität der Pastoral vor Ort stärken», heisst es in der Medienmitteilung des Bistums Basel vom 5. September.

Das gesamte Gebiet des Bistums Basel ist heute in 34 Dekanate eingeteilt. Im Verbreitungsgebiet von «Kirche heute» sind dies die Dekanate Basel-Stadt, Birstal, Laufental, Leimental, Liestal, Fricktal, Dorneck-Thierstein und Olten-Niederamt. Die Aufgaben der Dekanate liegen nach Auskunft von Hansruedi Huber, dem Mediensprecher des Bischofs, im Erfahrungsaustausch und in der Kommunikation unter den Seelsorgenden sowie in der Weiterbildung.

Diese Aufgaben übernehmen ab August 2018 neu die Pastoralräume. Nach Auskunft von Hansruedi Huber wird der überpfarreiliche Austausch der Seelsorgenden künftig über die Pastoralraumkonferenzen stattfinden sowie über die Konferenzen der Pastoralraumleitungen auf Ebene Bistumsregion und einmal pro Jahr auf Bistumsebene.

Als Besonderheit besteht im Kanton Baselland seit rund drei Jahrzehnten eine Pastoralkonferenz auf kantonaler Ebene für alle Mitarbeitenden der Seelsorge. Dieses Gremium bleibt. Bischofsvikar Christoph Sterkman hat an der letzten Pastoralkonferenz bestätigt, dass für ihn ein kantonaler Austausch der Seelsorgenden sehr erwünscht sei. Die Pastoralkonferenz wird ihr Statut anpassen müssen, da sich dieses auf die Dekanate bezieht.

Am Beschluss des Bischofs zur Aufhebung der Dekanate fällt auf, dass zurzeit erst 54 der geplanten 104 Pastoralräume errichtet sind. 31 sind noch gar nicht gestartet. Gerade in der Nordwestschweiz bestehen noch Lücken. Einige werden demnächst geschlossen: Am 16. September wird der Pastoralraum Birstal errichtet, am 26. November der Pastoralraum Laufental-Lützeltal, am 9. Juni 2018 der Pastoralraum Basel-Stadt. Je drei weitere Pastoralräume sind in der Projektphase oder noch nicht gestartet. «Die Pfarreien, die per 1. August 2018 noch nicht in einen Pastoralraum überführt sind, werden bis zum Projektabschluss dem regionalen Bistumsvikariat unterstellt», erklärt Bischofssprecher Hansruedi Huber. Wenn Bischof Gmür jetzt den Termin für die Aufhebung der Dekanate festgelegt hat, macht er damit auch Druck, dass es nun vorwärts geht, wo es bisher noch geharzt hat. Dieser Interpretation stimmt auch Bischofssprecher Huber zu.

Christian von Arx

 

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