Ausgabe 27, 28. Juni bis 4. Juli 2014

«Der göttlichen, ohne Sünde empfangenen Jungfrau». Die Inschrift über dem Chorbogen im Dom. (Foto: Alois Schuler)«Der göttlichen, ohne Sünde empfangenen Jungfrau». Die Inschrift über dem Chorbogen im Dom. (Foto: Alois Schuler)

Eine Heidenarbeit für einen besonderen Ort des Glaubens

Die Innensanierung des Arlesheimer Doms kommt planmässig voran

Der Dom zu Arlesheim, ein Baudenkmal nationaler Bedeutung, erfährt gegenwärtig eine gründliche Innensanierung. Saniert und restauriert wird vom Dachstock über das grösste zusammenhängende Deckengemälde in der Schweiz bis zum Boden.

Näher kommt man dem Himmel kaum je: Auf neun Metern Höhe ist im Arlesheimer Dom gegenwärtig ein Gerüstboden eingezogen, der die Restaurierung des 144 Quadratmeter grossen Deckengemäldes und der Stuckaturen ermöglicht. Und als Geschenk des Himmels bezeichnete Janine Galgiani-Willa, die Kirchgemeindepräsidentin, den Umstand, dass sie sich für diesen so besonderen Dom einsetzen dürfe. Immerhin hat die Kirchgemeinde unter ihrer Leitung einen Kostenrahmen von 6 Millionen Franken und einen eigenen Beitrag von zehn Prozent dieser Kosten für die Sanierung gutgeheissen. 

Bereits vor fast einem Jahr begannen die Arbeiten am Glockenstuhl. 1930 hatte man eine neue, grössere Glocke eingebaut, die jedoch Erschütterungen verursachte, die zu Schäden am Deckenbild führten. Neue Glockenstühle geben nun die Kräfte nur noch gedämmt weiter. Ebenfalls schon im letzten Jahr begannen die Arbeiten am Dach, das eine neue Wärmedämmung erhält. 

Im letzten halben Jahr arbeiteten sich die Restauratoren an den Deckenfresken und den Stuckaturen voran. Beides kam 1759/61 in den Dom und prägt seither sein Rokoko-Aussehen. Allein aus dem Hauptgemälde über dem Schiff wurden 175 vor gut 30 Jahren zur Fixierung der Decke angebrachte Tellerschrauben entfernt. Spezielle Füllungen übernehmen deren Funktion, sodass das Bild künftig wieder ohne diese optischen Flecken erstrahlt. Wer das der himmlischen Verherrlichung Mariens gewidmete Hauptfresko und die weiteren Fresken aus der Nähe betrachten kann, entdeckt rund um Maria die (damals bekannten) vier Kontinente und exotische Tiere, so einen Affen, ein Krokodil oder einen Elefanten. Alles hat sich da eingefunden, die Jungfrau und Gottesmutter zu ehren. 

In den kommenden Monaten wird nun das Gerüst wieder aus dem Schiff entfernt, um Boden, Bänke und Heizung zu erneuern. Vor allem Konzertbesucher, die länger am Stück sitzen, werden die neue Ergonomie der Bänke und im Winter die Sitzplatzheizung zu schätzen wissen. Und neu leuchten werden die Farben der Gemälde nicht nur durch die Reinigung, sondern auch dank einer modernen LED-Beleuchtung, die sich wie die Heizung und die Glocken künftig über den Computer steuern lässt. Stolz und Freude sind unüberhörbar, wenn Alois Schmidlin, Ressortleiter Bau der Kirchgemeinde, den Medienvertretern die Neuerungen des alten Doms präsentiert. 

Auf Weihnachten hin wird das Kirchenschiff wieder begehbar und für Gottesdienste zu nutzen sein. In der zweiten Etappe, die bis Oktober 2015 dauern soll, wird dann der Chorraum saniert. Gut dreissig Jahre ist es her, seit der letzten Innensanierung. Janine Galgiani hofft, dass die nächste erst in einem halben Jahrhundert fällig werden wird.

Alois Schuler

Mehr Informationen zur Sanierung:www.rkk-arlesheim.ch

 

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