Ausgabe 24, 9. bis 15. Juni 2012

Weihbischof Gächter nahm die Hände jeder und jedes Einzelnen in seine Hände und nahm die  Kandidatinnen und Kandidaten so in den Bistumsdienst auf. (Foto: Werner Mathis)Weihbischof Gächter nahm die Hände jeder und jedes Einzelnen in seine Hände und nahm die Kandidatinnen und Kandidaten so in den Bistumsdienst auf. (Foto: Werner Mathis)

«Auf Christus hinweisen könnt ihr so gut wie Priester»

Mit der Institutio wurden am Sonntag 13 Frauen und Männer in den Dienst des Bistums aufgenommen

In Sursee nahm Weihbischof Martin Gächter am Sonntag acht Frauen und fünf Männer in den ständigen Dienst des Bistums Basel auf. Zwei weitere Kollegen der als Nachdiplomstudium geltenden Berufseinführung werden am kommenden Sonntag in Basel zu Priestern geweiht.

Erst vor gut vierzig Jahren kamen die ersten theologisch voll ausgebildeten Frauen und Männer, die sich nicht weihen lassen konnten oder wollten, als Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum Basel in Einsatz. Heute sind sie zahlreicher als die Priester. Weil die Bistumsleitung weiss, dass ohne diese Frauen und Männer, die als Pastoralassistenten oder Gemeindeleiter, als Fachstellenleiter oder Kadermitarbeiterinnen wirken, die Seelsorge nicht im heutigen Umfang geleistet werden könnte, sucht sie die langfristige Verpflichtung. Die Institutio, die zeitlich unbegrenzte Indienstnahme, ist zwar kein Sakrament, im Bistum Basel entspricht sie aber zu guten Teilen einer Priesterweihe. 

Weihbischof Martin Gächter nahm die Institutio stellvertretend für Diözesanbischof Felix Gmür vor. Er verwies in seiner Predigt auf das in der Taufe grundgelegte Priestertum aller Gläubigen. Eigentlicher Priester sei nur Jesus Christus, der mit seinem Opfer die Menschen mit Gott versöhnt habe. Auf ihn hinzuweisen sei die Aufgabe derer, die jetzt in Dienst genommen würden. Und das könnten sie genauso gut wie geweihte Priester. 

Wie bei der Diakonatsweihe von verheira­teten Männern fragte Weihbischof Martin Gächter auch die Ehepartnerinnen und -partner um ihre Zustimmung zur Institutio. Denn wie beim Priester der Zölibat soll bei den Pastoralassistenten die Ehe Zeugnis geben für die Gegenwart des Reiches Gottes. Bevor der Weihbischof die Kandidatinnen und Kandidaten in den ständigen Dienst des Bistums aufnahm, versprachen diese Respekt und Gehorsam gegenüber dem Diözesanbischof, und sie erklärten sich bereit, den Dienst am Wort Gottes «ursprungsgetreu, zeitgemäss und glaubwürdig» zu erfüllen. 

In der Nordwestschweiz wirken oder wirkten nicht nur drei der 13 Institutio-Kandidaten (Joachim Köhn, Basel; Christoph Schneider, Riehen; Thomas Wittkowski, Hochwald), sondern auch beide Kandidaten für die Priesterweihe am kommenden Sonntag. Stärker noch als bei den Pastoralassistenten steht bei Adrian Bolzern – er stammt aus dem Laufental – und Stefan Buchs – er arbeitet in der Basler Pfarrei St. Clara – das Thema Berufung im Vordergrund. Ihm sei bei seiner Arbeit in der Pfarrei Reinach nach und nach bewusst geworden, «dass einer ruft», erklärte Adrian Bolzern gegenüber «Kirche heute». Stefan Buchs hat von einem Moment auf den andern gespürt, dass es der Wunsch Christi sei, dass er Priester werde. Für Buchs bedeutet Priestersein zuerst eine persönliche Beziehung zu Gott, zu Jesus als Basis zu haben. Bolzern betont die Beziehungen zu Menschen innerhalb und ausserhalb der Arbeit. Denn beide wissen, dass es nicht einfach und selbstverständlich sein wird, den Zölibat zu leben, dass für ein gelingendes Priesterleben auch Freundschaften wichtig sind. 

Alois Schuler

Priesterweihe am, 10. Juni, 15 Uhr, in der Kirche St. Joseph, Amerbachstrassse 9, Basel.


 

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