Ausgabe 6, 4. bis 10. Februar 2012

Das Kloster Dornach liegt direkt beim Bahnhof Dornach-Arlesheim, der wichtigsten Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Birseck. (Foto: Alois Schuler)Das Kloster Dornach liegt direkt beim Bahnhof Dornach-Arlesheim, der wichtigsten Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs im Birseck. (Foto: Alois Schuler)

Ringen um das geistliche Erbe der Kapuziner

Seelsorger suchen neue Bestimmung für den Kirchenraum des Klosters Dornach

Seit 1996 trägt eine Stiftung die Verantwortung für den Gebäudekomplex des ehemaligen Kapuzinerklosters Dornach, der zum grossen Teil für Gastronomie und Hotellerie genutzt wird. Nach Jahren ehrenamtlichen Engagements im Kirchenraum wird gegenwärtig eine neue Lösung für den spirituell- seelsorglichen Bereich gesucht. 

Angebote, die Musik und Liturgie verbinden, spezielle Gottesdienste und Gesprächsangebote für Trauernde, Veranstaltungen der Erwachsenenbildung: Eine Arbeitsgruppe um den Gemeindeleiter der Pfarrei Dornach, Tobias Fontein, entwickelt gegenwärtig Ideen, die künftig im Kloster Dornach realisiert werden könnten. In den letzten Jahren hat der aus Dornach stammende pensionierte Pfarrer Franz Kuhn ehrenamtlich als Seelsorger an der Klosterkirche gewirkt. Er möchte sich nun in seinem achtzigsten Lebensjahr von dieser Aufgabe zurückziehen. 

1991 wurde der Kapuzinerkonvent in Dornach aufgelöst. Ein letzter Bruder wirkte noch bis 1994 als Seelsorger an der Kirche und Spiritual der wenige Jahre im Kloster lebenden Kreuz-Jesu-Gemeinschaft. 1996 übernahm eine Stiftung die Verantwortung für die Klosteranlage. Der Kanton Solothurn schenkte 1999 das Kloster der Stiftung, die seither für den Unterhalt der Gebäude sorgen muss. 

Um wenigstens die laufenden Ausgaben für die Liegenschaft decken zu können, hat die Stiftung in den letzten Jahren den Bereich der Gastronomie ausgebaut. Aus dieser Perspektive sei die Kirche erst einmal ein Kostenfaktor, meint Stiftungsratspräsident Lorenz Altenbach. Da die Kirche als Sakralbau der Bistums- und Pfarreileitung untersteht, müsse sich diese Seite um die Nachfolge von Pfarrer Kuhn sorgen. Die Stiftung möchte, dass die Kirche weiterhin als Kirche genutzt wird. 

In der Klosterkirche findet gegenwärtig mit eucharistischer Anbetung und Rosenkranzgebeten, mit Eucharistiefeiern und ökumenischen Gottesdiensten sehr Unterschiedliches statt. Die umliegenden Pfarreien sehen die Verantwortung für die Klosterkirche bei der Dornacher Pfarreileitung, sie würden bei einer neuen Lösung allenfalls Unterstützung leisten, erzählt Gemeindeleiter Fontein. Zusammen mit Vertretern der reformierten Kirchgemeinde und des Vereins der Freunde des Klosters Dornach hat er in den letzten Monaten begonnen, ein neues Konzept zu entwickeln.

Eine bereits in der Region tätige Seelsorgeperson sollte mit einem kleinen Pensum als «Klosterleiter Programm» – als Pendant zum jetzigen Klosterleiter, dem Gastronomen Freddy Buess – angestellt werden und ein ökumenisch ausgerichtetes Angebot in den Bereichen Bildung, Soziales und Spiritualität/ Seelsorge verantworten. Fontein hofft, die Stifter – neben den beiden Kirchgemeinden die Einwohner- und die Bürgergemeinde Dornach sowie die Römisch-katholische Landeskirche Baselland – von den sich in den nächsten Monaten konkretisierenden Ideen überzeugen zu können, damit ihre Beiträge an die Stiftung künftig zielgerichtet für diese Bereiche eingesetzt werden. 

Alois Schuler

 

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