Ausgabe 5, 28. Januar bis 3. Februar 2012

Im Caritas-Markt an der Ochsengasse in Basel. (Foto: Christoph Bossart, Caritas)Im Caritas-Markt an der Ochsengasse in Basel. (Foto: Christoph Bossart, Caritas)

Tägliches Brot für jene, die in Armut leben

Das Projekt Caritas-Markt feiert sein 20-Jahre-Jubiläum

Für Armutsbetroffene gibt es in der Schweiz bereits 23 Läden mit stark vergünstigten Lebensmitteln, drei weitere sind in Planung. Für die rund 900 000 offiziell als arm geltenden Menschen in der Schweiz sind die Caritas-Märkte eine grosse Unterstützung.

Der erste Caritas-Markt wurde 1992 in Basel eröffnet, damals noch unter dem Namen ­CARISatt. Man wollte Lebensmittel, welche ihr Verfallsdatum noch nicht überschritten hatten, im Detailhandel aber nicht mehr verkauft werden konnten, Bedürftigen günstig zur Verfügung stellen. «Es darf nicht sein, dass Esswaren vernichtet werden, und daneben Armut in der Bevölkerung herrscht», sagt dazu Rolf Maurer, Geschäftsführer Caritas-Markt. Was mit einem einzelnen Laden begann, ist zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von gut 9 Millionen Franken im Jahr 2011 geworden. Das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent gegenüber 2010. Dieser grosse Erfolg der Caritas-Märkte zeigt auch, dass das Bedürfnis an vergünstigten Lebensmitteln für ärmere Menschen nach wie vor besteht.

Weitere Läden in Planung
Somit versteht sich auch, dass Caritas-Markt das Angebot an Einkaufsläden ausbauen möchte. Der nächste soll bereits im April dieses Jahres in Wil SG entstehen, weitere sind geplant für Fribourg und im Kreis 4 in Zürich. Mehr Läden bedeutet aber auch mehr benötigte Artikel. Noch vor 10 Jahren hat Caritas-Markt das meiste gratis erhalten, heute müsse viel dazugekauft werden. Das Projekt kostendeckend zu finanzieren ist dabei nicht möglich. Die Caritas-Märkte verkaufen dank Sponsoren und Partnern ein Basisangebot von lebenswichtigen Grundnahrungsmitteln wie Milch, Butter oder Mehl unter dem Einstandspreis.

Gesunde Ernährung auch für Arme
Ein wichtiges Teilprojekt ist das im September 2010 lancierte «Caritas-Markt – gesund». Nachweislich ist bei Menschen mit einem niederen sozioökonomischen Status die Gefahr zu erkranken grösser. Aus diesem Grund ist es für die Organisation Caritas-Markt wichtig, neben Artikeln für den täglichen Bedarf, auch ein Angebot an frischen Früchten und Gemüsen zu günstigen Preisen anbieten zu können. Das gemeinsam mit der Gesundheitsförderung Schweiz erstellte Konzept, welches die Kundinnen und Kunden zu einem gesünderen Lebensstil anregen soll, wird zudem wissenschaftlich vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern begleitet.

In diesem Jahr feiert das Projekt bereits sein 20-jähriges Bestehen. Wichtig für Rolf Maurer ist, dass «das Jubiläum keine Selbstdarstellung des Unternehmens sein soll, sondern wir möchten die Armen profitieren lassen». Damit auch das Jubiläumsjahr zu einem Erfolg wird, ist Caritas-Markt weiterhin auf Sponsoren und Lebensmittelspenden angewiesen. Detailhändler wie Coop, Migros und Denner, oder die SV-Stiftung haben für das Jubiläum bereits spezielle Unterstützung zugesagt.

Michael Simonett


 

Offene Stellen

    ZUM THEMA

    • Wie mit dem «Westfälischen Frieden» der Dreissigjährige Krieg ein Ende fand

      Der 1648 in Münster und Osnabrück geschlossene Westfälische Friede könnte auch in aktuellen Konflikten als Beispiel dienen. Die diplomatische Beendigung des Dreissigjährigen Krieges, die zu einer gleichberechtigten Anerkennung von Lutheranern, Calvinisten und Katholiken führte, wurde in Bonn in den letzten Jahrzehnten aufgearbeitet. >> mehr...

    • RKK-BS vor Königsetappe

      Der noch neue Kirchenrat der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Allerdings nicht ganz freiwillig, wie Kirchenratspräsident Christian Griss am 16. Januar vor den Medien erklärte. >> mehr...

    VERANSTALTUNGEN

     

    Kirche heute
    Innere Margarethenstrasse 26, 4051 Basel, Tel. 061 363 01 70, Fax 061 363 01 71, sekretariat@kirche-heute.ch